Mit fünf Athleten war der Kanu-Club Bietigheim (KCB) beim Junioren-Europacup der European Canoe Association (ECA) in Augsburg vertreten. An drei Wettkampftagen wurden ein Kajak-Cross-Rennen sowie zwei Slalomrennen ausgetragen.
Das erste Slalomrennen fand auf der anspruchsvollen Weltcup-Strecke statt – genau jener Strecke, auf der 2022 die Weltmeisterschaften ausgetragen worden waren. Da am zweiten Tag nicht genügend Wasser zur Verfügung stand, musste das zweite Slalomrennen auf die historische Olympiastrecke von 1972 verlegt werden.
Der ECA Cup Augsburg gilt als der größte internationale Wettbewerb im Kanuslalom. Rund 400 junge Athletinnen und Athleten aus Europa, aber auch aus Übersee – darunter Neuseeland, Australien und die USA – nahmen teil. Bereits zwei Wochen zuvor reisten die Bietigheimer Kanuten zum Training nach Augsburg, mussten jedoch aufgrund niedriger Wasserstände auf ein Training auf der Weltcup-Strecke verzichten.
Joel Goldschmidt und Bruno Götz feierten ihr Debüt im Kajak-Cross. Nach erfolgreichen Einzel-Vorläufen qualifizierten sich beide für die spektakulären Head-to-Head-Läufe, in denen vier Sportler gleichzeitig gegeneinander antreten. Trotz starker Leistungen schieden beide im Achtelfinale aus. Besonders eindrucksvoll war der Start von einer drei Meter hohen Rampe – ein wichtiges Element der neuen Disziplin.
Das Slalomrennen auf der Weltcupstrecke war fair gesetzt, stellte aber aufgrund fehlender Trainingsmöglichkeiten eine enorme Herausforderung dar. Für die jüngsten Teilnehmer der Altersklasse U14, darunter Matteo Roth und Noah Goldschmidt, wurden deshalb Time Trials als Trainingsläufe organisiert. Beide zeigten dabei fehlerfreie Läufe. In den offiziellen Qualifikationen erhielten Matteo, Noah und Bruno Götz jedoch jeweils 50 Strafsekunden, wodurch sie den Finaleinzug verpassten. Joel Goldschmidt zeigte eine technisch starke Leistung, verfehlte das Finale der U16 jedoch knapp – ihm fehlten lediglich sechs Sekunden auf einen Platz im Finale. Elias Epple überzeugte in der Startklasse U23 mit Platz 13 in der Qualifikation und steigerte sich im Finale auf Rang 11 im Europa-Ranking.
Ebenfalls technisch sehr anspruchsvoll war die Olympiastrecke. Matteo Roth (12) trat trotz seines jungen Alters gegen bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenten an und erzielte mit Platz 27 ein starkes Ergebnis – das Finale verpasste er nur knapp um zwei Plätze. Joel Goldschmidt zeigte erneut eine sehr schnelle Fahrzeit, erhielt jedoch wegen eines nicht korrekt befahrenen Tors 50 Strafsekunden und wurde zurückgewertet. Elias Epple erreichte mit einem zehnten Platz in der Qualifikation erneut das Finale, musste dort jedoch nach einem groben Fahrfehler ein Tor neu anfahren. Er beendete das Rennen auf dem 14. Platz.
Julia Essich-Föll
Elias Epple, Foto: KCB

