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Traditionen im Soca-Tal

Auch in diesem Jahr zog es Mitglieder unseres Vereins in alter und lieb gewonnener Tradition an die türkisblauen Wasser der slowenischen Soca. Manch einer nahm, um alte und neue Traditionen zu verbinden, sogar einen Umweg in Kauf. Und zwar startend an der grünen Salza in der österreichischen Steiermark, wo man sich für ein paar Tage der ebenfalls traditionellen Jugendausfahrt anschloss, über die namensgebende Steyr, die eine Erstbefahrung für zwei ambitionierte Teilnehmer darstellte und die farblich fast mit der legendären Soca mithalten konnte, und der ebenfalls auf dem Weg liegenden Mur. Diese war mit nicht sehr hohen Erwartungen in Angriff genommen worden und überraschte dann doch auf´s Positivste mit einigen recht spannenden Schwällen und Stufen. Nach all diesem Gekurve trudelte am Pfingstwochenende nicht nur die oben beschriebene sechsköpfige Roadtrip-Mannschaft auf dem bekannten, direkt an der Zweiten Klamm im Örtchen Soca gelegenen Campingplatz ein, sondern noch sieben weitere ambitionierte Bietigheimer Paddler in froher Erwartung. Diese schien berechtigt, denn die Soca wartete mit guten und fahrbaren Pegelständen auf, was in den letzten Jahren nicht immer eine Selbstverständlichkeit gewesen war. Darum durften sich die Kanuten auch schon am ersten Paddeltag auf ein besonderes Highlight freuen: die Koritnica, ein Nebenbach der Soca, die bei niedrigeren Wasserständen oft gar nicht befahren werden kann. Dieses Jahr jedoch wollten die vorhandenen Fluten ausgenutzt werden und so startete die Ausfahrt mit der Befahrung der engen Niedrigklamm und einigen technischen Einlagen, bevor nahe des Örtchens Bovec das Flüsschen in die Soca mündete. Auch diese wollte natürlich mit ihren unterschiedlichen Abschnitten erkundet werden und so hatten in den folgenden Tage alle genug damit zu tun, ihre eigenen Erfahrungen auf den einfach bis moderaten Strecken Panorama und Seilbahn zu sammeln und ansteigend anspruchsvoller die Bunkerstrecke, den Friedhof und die Abseile zu befahren. Ein Regentag in der Mitte der Woche sorgte dafür, dass – fast schon ein kleines Wunder – die Koritnica zur großen Freude aller, noch ein zweites Mal befahren werden konnte. Am allergrößten war die Freude (und die Aufregung) vermutlich bei denjenigen, die an diesem Tag eine erfolgreiche Erstbefahrung auf der Strecke absolvieren durften.  Und wenn die Arme nach bestandenen Paddelabenteuern doch ein wenig lang geworden waren? Dann gab es natürlich auch außerhalb der ungezähmten Fluten bestes Begleitprogramm: wandern im Triglav Nationalpark und entlang der Soca mit entspanntem Blick von außen auf alle beeindruckenden Kernstellen  inklusive Kletterpartien an der engen dritten Klamm, ein Besuch im Kriegsmuseum in Kobarid und eine Besichtigung des unwirklich türkisblauen Pools am Einstieg zur Abseilstrecken. Grillabende, abendliche Lagerfeuer und Besuche in den lokalen Gaststätten bei bestem slowenischem Essen rundeten das Ganze ab, denn paddelnderweise verbrauchte Kalorien mussten natürlich auch wieder nachgefüllt werden. Am Ende der Ausfahrt waren sich alle einig: der Besuch der Soca ist eben einfach Tradition in Bestform!